Ich bin sicher, dass mir Yoga das Leben gerettet hat – und zwar mehr als einmal! Im Laufe der Zeit ist Yoga zu meinem Anker, meinem Sicherheitsnetz, meinem Fundament geworden. Besonders in turbulenten Zeiten. Und ihr könnt mir glauben: davon gab es in meinem Leben so einige.

Als ich 2008 unerwartet schwanger geworden bin, wurde mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Eigentlich hatte ich gerade beschlossen, eine einjährige Auszeit zu nehmen und nach Indien zu fahren.  Dort wollte ich Yoga praktizieren, mich in Vipassana-Meditation üben, Freiwilligen-Arbeit machen und einfach reisen. Daher hatte ich meine Wohnung schon aufgelöst und meine Arbeitsstelle gekündigt. Dann trennte sich zu allem Überfluss auch noch mein Partner von mir. Plötzlich war ich alleine mit einem Kind im Bauch – und mitten in einer dicken Lebenskrise. Während ich mein Leben mühsam neu zusammensetzte, bekam Yoga eine immer größere Bedeutung für mich. Auf der Matte fand ich die innere Ruhe, die nötig war, um den riesigen Herausforderungen zu begegnen. Auch nach der Geburt meines Sohnes Paul ist Yoga meine Rettungsinsel geblieben. Hier konnte ich mich selbst wiederfinden und die innere Kraft entwickeln, die ich als Mutter alleine mit Kind brauchte. Während der folgenden Jahre gab es viele Höhen und Tiefen.  Dabei blieb Yoga immer meine große Unterstützung, meine feste Burg. Nur auf der Matte bin ich ganz ich selbst und muss niemandem etwas beweisen.

Als Tochter amerikanischer Eltern bin ich in Italien geboren und in Denver, Colorado aufgewachsen. In den 1990er Jahren habe ich fünf Jahre in Moskau gelebt und gearbeitet. Seit 2003 ist München meine Heimat.

Während meiner Jahre in Moskau habe ich angefangen, regelmäßig Yoga zu praktizieren. Nach meinen Erfahrungen in Tanz und Ballett war ich von der Ruhe des Yogas sofort begeistert. Mit der Zeit lernte ich aber, dass Yoga weniger mit körperlicher Flexibilität zu tun hat als mit der Fähigkeit loszulassen und ganz im Hier und Jetzt zu sein: Auf die Atmung zu achten und die aufsteigenden Gedanken wahrzunehmen.

Sowohl in meiner persönlichen Yoga-Praxis als auch beim Unterrichten ist mir eine undogmatische Einstellung wichtig. Jeder Tag ist anders – und im Laufe der Zeit verändert sich die Yoga-Praxis eines jeden Menschen. Außerdem hat jeder seine eigene Geschichte und seinen eigenen, einzigartigen Körper. In meinem Unterricht bevorzuge ich individuelle Hilfestellungen, so genannte Hand-On Adjustments, die sehr von meinen Yoga-Schülern geschätzt werden. Ich schaue auf die Gruppe und gebe einzelnen individuelle Hilfestellungen – so sehe ich auch viel besser, was von meiner Anleitung wirklich angekommen ist und was ich  anders erklären sollte. In meinem Unterricht gehe ich nicht nach einem strengen Schema vor, sondern orientiere mich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Übenden.

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Yoga üben kann. Ich sehe Yoga als die unbegrenzte Erforschung der Möglichkeiten. Mit meiner undogmatischen Einstellung beim Unterrichten versuche ich zu vermitteln, dass Yoga offen für alle ist und Biegsamkeit keine Bedingung ist. Ich glaube, dass es wichtig ist, einfach da zu starten, wo du gerade bist. Durch Yoga wird der Körper dehnbarer (und kräftiger!) und mit der Zeit ist es dann möglich, nicht nur die Atmung, sondern auch die aufsteigenden Gedanken wahrzunehmen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass durch Achtsamkeit Veränderung möglich wird. Statt meinem Körper einem Idealbild anzupassen, gehe ich lieber den inneren Prozessen des Yogas nach. Ich glaube nicht, dass es eine „perfekte“ Asana gibt. Dass es überhaupt nicht notwendig ist, im Yoga „perfekt“ zu sein. Viel mehr geht es darum, aufrichtig zu sein. Es ist nicht nur OK, während der Yogastunde mal zu lächeln, sondern Freude daran ist sogar hilfreich!

Wie so oft im Leben, kam ich quasi durch die Hintertür dazu, Yoga zu unterrichten. Als ich ohne Erfolg nach einer Yogalehrerin oder einem Yogalehrer für die Bavarian International School gesucht habe, hat mich eine Kollegin überredet, selbst Yoga zu unterrichten. Ich werde Jane für diese Ermutigung und ihre Hartnäckigkeit immer dankbar sein. Nachdem ich meine Freude am Yoga-Unterrichten entdeckt hatte, habe ich 2007 meine erste Yogalehrer-Ausbildung bei Paul Dallaghan in Centered Yoga Institute mit Schwerpunkt auf Ashtanga-Yoga und Pranayama absolviert. Ich bin mit Leib und Seele dabei, mein Verständnis von der uralten Weisheitslehre des Yoga durch meine tägliche Yoga-Praxis ständig zu vertiefen. Zusätzlich besuche ich regelmäßig Workshops und Weiterbildungen.

Wenn ich gerade mal nicht auf der Matte bin, findest du mich zusammen mit meinem besten Lehrer: meinem Sohn Paul. Oder einfach nur auf dem Sofa mit einem guten Buch und unseren zwei Katzen. Ich liebe Tanzen, Malen und im Meer zu schwimmen.

  • 2017 – Adjustment Clinic – Nancy Gilford
  • 2016 – Mysore Praxis mit Saraswati in Mysore, Indian
  • 2013 – Teachers Intensive mit Richard Freeman
  • 2012 – 10-tage Vipassana Meditation
  • 2012 – Moving Limbs – Manfred Gauper
  • 2012 – Yoga Lehrer Ausbildung mit David Swenson
  • 2010 – 500 Yoga Lehrer Ausbildung– Centered Yoga – Paul Dallaghan
  • 2009 – Prä-/ Post- Natal Yoga Lehrer Ausbildung – Centered Yoga
  • 2007 – 200 Yoga Lehrer Ausbildung – Centered Yoga – Paul Dallaghan
  • 1999 – MA in Russische Sprache und Literatur – Middlebury College
  • 1995 – BA in Russische Sprache und Literatur– Knox College